Die SPD-Ratsfraktion möchte ein Haus der Vereine für den Stadtteil Kohlscheid. Derzeit bestehen wohl seitens der Stadt die Überlegungen, in der Hinsicht das alte Realschulgebäude dafür zu nutzen, das durch den momentan entstehenden Neubau an der Gesamtschule künftig frei wird. In diesem soll im Zuge auch eine neue Kindertagesstätte untergebracht werden. Die SPD-Fraktion scheint davon nicht so viel zu halten und hat einen dementsprechenden Antrag bei der Verwaltung eingereicht.


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Dazu sagt Manfred Fleckenstein von der SPD: „Die Stadt muss den Vereinen dringend Räumlichkeiten anbieten können. Wir sind aber der Meinung, dass das alte Realschulgebäude hierzu nicht taugt. In einem Neubau können die Bedarfe der Vereine von Beginn an in die Planungen einbezogen werden. Die Betriebskosten, die die Vereine anteilig tragen müssen, fallen natürlich viel niedriger aus. In Verbindung mit dem ohnehin geplanten Neubau einer Kindertagesstätte können hier außerdem wahrscheinlich in großem Umfang Fördermittel durch das Land bereitgestellt werden.“

Quelle: Google Maps

Der Antrag seitens der SPD wurde zunächst als Prüfauftrag an die Verwaltung formuliert und lautet wie folgt:

„Haus der Vereine“ im Stadtteil Kohlscheid

Sehr geehrter Herr Schmaelter,

Vereine leisten einen eminent wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Zahlreiche Kinder und Jugendliche, aber in zunehmendem Maße auch Seniorinnen und Senioren, profitieren von der Arbeit der Ehrenamtler. Durch zahlreiche Veranstaltungen und Präsentationen tragen die Vereine wesentlich zur kulturellen Vielfalt in unserer Stadt bei.

Leider haben sich die Rahmenbedingungen für die Arbeit der Vereine in den letzten Jahren drastisch verschlechtert. Insbesondere fehlen Treffpunkte, Versammlungsstätten und Räume zur Unterbringung des Vereinseigentums. Nicht zuletzt ist dies auf den erheblichen Rückgang von Gaststätten, die oft als Vereinsheimstätten genutzt wurden, zurückzuführen. Ebenso ist die Nutzungsmöglichkeit gewerblicher oder privater Räumlichkeiten extrem rückläufig.

Aus diesem Grund ist es dringend geboten, städtischerseits den Vereinen Möglichkeiten zu bieten, ihre Arbeit fortzuführen und weiterhin erfolgreich auszuüben. Herbei ist allerdings festzustellen, dass in den vorhandenen städtischen Gebäuden, z.B. in Schulen, keinerlei Kapazitäten mehr vorhanden sind. Gerade in vielen Schulgebäuden werden durch pädagogisch bedingte neue Bildungskonzepte (OGS, Differenzierung etc.) immer mehr Räume gebraucht, so dass eine Überlassung einzelner Räume an Vereine völlig ausgeschlossen ist.

Die aktuelle Idee, daher in den zukünftig nicht mehr benötigten Räumen der ehemaligen Realschule neben einer fünfgruppigen KiTa Unterbringungs- und Versammlungsmöglichkeiten für Vereine zu schaffen, greift u.E. aber zu kurz. Um dies zu realisieren, sind Umbau- und Sanierungsarbeiten, insbesondere in energetischer Hinsicht, in erheblichem Maße notwendig. Inwieweit man in den unterschiedlichen Gebäudeteilen den Wünschen und Erfordernissen der Vereine überhaupt gerecht werden kann, ist dabei sogar noch fraglich.

Zudem werden dadurch wegen der weitestgehend nur zweigeschossigen Bauweise ca. 14.000 qm Grundfläche in bester innerstädtischer Lage gebunden und wären somit für andere Zwecke, z.B. Wohnungsbau, nicht nutzbar. Wir wollen deshalb die Verwaltung beauftragen, den Neubau eines „Hauses der Vereine“ auf dem städtischen Gelände an der Zellerstraße zu prüfen.

Hier böte sich ein Gebäude mit vier Vollgeschossen und Staffelgeschoss an. In der unteren Etage kann dann die fünfgruppige KiTa ihr Domizil finden, darüber können auf 2 (ggf. 3) Etagen die Vereinsräume (individuell an die Erfordernisse der Vereine angepasst), vielleicht sogar ein kleiner Veranstaltungsraum, geschaffen werden. Abgerundet würde dieses Projekt durch Wohnungen, z.B. auch für einen Hausmeister, zumindest im Staffelgeschoss. Die grundsätzlichen Vorteile dieser Lösung liegen auf der Hand:

  • deutlich frühere Realisierung (ein Warten auf das endgültige Freiziehen des Realschulgebäudes und die anschließende Sanierung ist nicht nötig), was vor allem für die KiTa von erheblicher Relevanz ist
  • individuelle Gestaltungschancen für KiTa und Vereine
  • optimale energetische Bauweise und damit Minimierung der Energiekosten, auch für die Vereine
  • deutlich bessere verkehrliche Andienung als in der Pestalozzistraße

Die Verwaltung sollte deshalb beauftragt werden, zeitnah eine grobe Kostenschätzung sowie einen Zeitplan für einen solchen Neubau sowie für den Umbau des ehemaligen Realschulgebäudes zu erarbeiten. Darüber hinaus ist für das Projekt KiTa/Vereinsunterbringung eine ausführliche Wirtschaftlichkeitsberechnung vorzulegen.

In dieser sind u.a. folgende Fragen zu beantworten:

  • In welcher Höhe sind Fördermittel für den KiTa-Bau zu erwarten?
  • Gibt es Fördermittel, die den Bau eines Hauses für Vereine unterstützen? Wenn ja, in
    welcher Höhe?
  • Wie hoch sind die für den Neubau erzielbaren Mieteinnahmen?
  • Wie hoch sind die Einnahmen, die bei einer Vermarktung des Geländes an der
    Pestalozzistraße erzielt werden können?

Beschlussvorschlag:

Die Verwaltung wird beauftragt, zeitnah eine Grobplanung nebst Kostenschätzung für ein in obigem Antrag beschriebenes „Haus der Vereine“ an der Zellerstraße vorzulegen. Darüber hinaus ist ein vergleichender Zeitplan für diesen Neubau bzw. den Umbau des ehemaligen Realschulgebäudes vorzulegen. Zudem ist eine ausführliche Wirtschaftlichkeitsberechnung für das Projekt KiTa/Vereinsunterbringung, in der auch die im Antrag gestellten Fragen zu beantworten sind, vorzulegen.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Neitzke
Fraktionsvorsitzender

Auch als PDF-Download: Antrag_Haus_der_Vereine_Kohlscheid

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