Es freut uns, dass nun eine inhaltliche Diskussion um die Neugestaltung des Kohlscheider Zentrums begonnen hat. Dieser Diskurs, der sich über den offenen Briefwechsel von Herrn Verspohl, Herrn Bock und Herrn Drehsen entwickelte, sollte genutzt werden und breiter werden. Das ist gelebte Baukultur – Auseinandersetzung mit Städtebau und Architektur, Bürgerbeteiligung – die in zeitgemäßen städtebaulichen Entwicklungen Ihren Platz haben sollte.

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Deshalb wollen auch wir hier dazu Stellung nehmen:

Natürlich ist es untypisch, dass ein Privatmann wie Herr Topa einen konkreten Plan für ein Ortszentrum einbringt. Und ganz sicher wird dieser nicht „einfach so“ umgesetzt werden. In der Tat ist Städtebau wesentlich komplexer und vielschichtiger. Deutlich wird hier aber das Engagement und die Sorge um das Kohlscheider Zentrum – manchmal braucht es einen Anstoß und erste Ideen. Diese hat Herr Topa geliefert und mit Hilfe von Herrn Drehsen konkretisiert und in einem Modell dargestellt. Wir sehen dies als Start für eine notwendige, weiterführende Diskussion, an der wir uns gerne beteiligen.

Die Stadt und insbesondere ihr Zentrum ist für alle Bürger da und funktioniert am besten, wenn es von vielen genutzt wird. Deshalb sollten auch möglichst viele Bürger einbezogen werden, wenn es um die Neugestaltung eines solch zentralen, öffentlichen Bereiches geht.

Innerhalb des Vereins sind wir seit nunmehr gut einem Jahr an dem Thema dran und haben uns dazu eigene Gedanken gemacht. Um auf einer breiteren Basis im Sinne möglichst vieler Kohlscheider Bürger denken zu können, haben wir letzten Herbst eine Umfrage in Kohlscheid gestartet mit der Frage „Was fehlt dem Kohlscheider Zentrum?“. Hierzu haben wir viele Anregungen bekommen. Die Ergebnisse finden Sie unter http://vereinkohlscheiderbuerger.de/umfrage/.

Natürlich soll nicht nur diskutiert werden, sondern wir wünschen uns auch möglichst schnell umgesetzte Resultate, da Kohlscheid und sein Einzelhandel sonst immer weiter in einen Trading-Down-Prozess geraten. Dem gilt es durch Investitionen in sinnvolle Aufwertung gegenzusteuern. Wir denken, dass das Kohlscheider Zentrum (wie auch Kohlscheid insgesamt) prinzipiell ein großes Potenzial hat, dass wir fördern möchten – nicht gegen, sondern mit Politik und Verwaltung.

Es ist richtig, dass Städtebau komplex ist und ganzheitlich betrachtet werden sollte. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass eine Gesamtplanung für das Kohlscheider Zentrum in Form eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes von Fachleuten und mit Bürgerbeteiligung erarbeitet wird. In einem solchen Konzept geht es nicht nur um Bauliches, sondern z.B. auch um Strategien für den Einzelhandel vor Ort, Aufenthaltsqualität und Freiraumkonzepte, soziale Aspekte und Bedarfe der Bevölkerung. Auf dieser Grundlage können dann Städtebaufördergelder beantragt werden. Um einen solchen Prozess anzustoßen, haben wir als Verein Kohlscheider Bürger e.V. (parallel zum Werbering Kohlscheid) am 8. Januar 2020 eine Bürgeranregung für die Beantragung eines Integrierten Handlungskonzeptes bei der Stadt Herzogenrath eingereicht.

Im Umwelt- und Planungsausschuss wurde dieses Vorhaben leider zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben.

In einem solchen Prozess ist es auch wichtig, mit den Eigentümern ins Gespräch zu kommen und Sie für eine positive Entwicklung in Kohlscheid zu begeistern.
Wenn hier Grundstücke seit vielen Jahren im Familienbesitz sind, wollen Eigentümer berechtigterweise mitreden. Aber auch Sie sollten nicht nur auf einen Höchstgewinn beim Grundstücksverkauf abzielen, sondern einen verantwortungsbewussten Umgang mit Ihrer Heimat pflegen.

In unserer Arbeitsgruppe Zentrum haben wir Ideen zu Veränderungen am Markt gesammelt. Im Kern unserer Gedanken steht ein Bio-Supermarkt, flankiert von weiteren Einzelhändlern wie z.B. einem Spielwaren- und Kinderbekleidungsgeschäft, evtl. einem Feinkosthändler, ggf. auch einem Nahversorger. Wir sehen hier auch einen deutlichen Bedarf für Gastronomie. Anstelle des im Topa-Plan vorgesehenen gigantischen Parkplatzes, der wenig Aufenthaltsqualität bietet, wünschen wir uns im Bereich hinter der VR- Bank einen attraktiven Raum mit Spielmöglichkeiten für Kinder, mit schattenspendenden Bäumen und einer modernen Ganztagesgastronomie mit einem breiten Angebot von früh bis spät. Die „neue Mitte“ sollte insbesondere für Fußgänger und Radfahrer gut erreichbar sein, um Gelegenheit für Begegnungen unter den Kohlscheidern zu schaffen. Sicherlich ist auch ein gewisses Parkplatzangebot erforderlich. Auch eine Mischung mit Wohnungen und sozialen Nutzungen wie Kita oder Tagespflegeeinrichtung können wir uns gut vorstellen.

Wichtige Werte und Ziele für die Entwicklung am Markt und Zentrum von Kohlscheid sind für uns:

  • Nachhaltige, zukunftsfähige, ganzheitliche Planung
  • Bürgerbeteiligung
  • Ein Zentrum als Ort für alle Generationen und ein lebendiges Miteinander
  • Stadtzentrum für Menschen (nicht für Autos) mit guter Fahrradinfrastruktur und -wegeverbindung
  • Barrierefreiheit und kindgerechte Freiraumgestaltung
  • Einbindung von Grün im Zentrum
  • Auseinandersetzung mit (historischem) Bestand

Dass ein konkreter Vorschlag, endlich eine Veränderung und positive Entwicklung im Kohlscheider Zentrum herbei zu führen, in Kohlscheid durchaus auf Zustimmung trifft, ist auch am Wahlergebnis abzulesen.

Lasst uns die Sache endlich angehen – gemeinsam mit allen Beteiligten und den Bürgern, damit aus unserem Zentrum eine echte Mitte wird, die wir lieben, wo wir uns gerne aufhalten und worauf wir stolz sein können!

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