Kohlscheider Pfingstkirmes

Auch diese Jahr fand über das Pfingstwochenende wieder die traditionelle Kohlscheider Pfingstkirmes statt. Doch nach einem Besuch äusserten sich viele Besucher eher enttäuscht über das Fest und sehen die Tradition des einst größten Volksfestes in der Region, nach dem Öcher Bend, in Gefahr. Nicht nur die Lage der Kirmes, sondern auch fehlende Fahrgeschäfte und besonders die hohen Preise verärgerten zahlreiche Besucher.


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Veranstaltungsort sorgt für gemischte Reaktionen

Nachdem sich in den letzten Jahren private Firmen um die Organisation der Kohlscheider Pfingstkirmes kümmerten, war dieses Jahr wieder die Stadt Herzogenrath für die Planung verantwortlich und viele Kohlscheider hofften daher endlich nochmal auf eine Pfingstkirmes die der langen Tradition der Kohlscheider Pfingtskirmes gerecht würde. Doch bereits mit der Auswahl des Veranstaltungsortes schien die Stadt viele Bürger zu verärgern. Vermutlich gut gemeint, rief die Verlegung der Pfingstkirmes, weg vom gewohnten „Kirmesplatz“ gegenüber des Bürgerhauses und die Oststraße hinauf, hin auf den Kohlscheider Marktplatz eher enttäuschte Reaktionen bei den Besuchern hervor. So schreibt ein Besucher bei Facebook:

„Sonst war die Pfingstkirmes jedes Jahr vom Baggensplatz über die Oststraße bis zum Kirmesplatz, so kannte ich es von Kindesbeinen an.“ – Michael O. (via: facebook.com)

Und ein anderer sieht in der Verlegung des Veranstaltungsortes gar den Anfang vom Ende der Kohlscheider Pfingstkirmes, sieht aber gleichzeitig auch die Kohlscheider Bürger in der Pflicht:

„Ich hoffe nicht, das die Verlegung der Kirmes das Ende der Kirmes bedeutet. Nur wenn die Kohlscheider weiter die Kirmes besuchen gibt es eine Zukunft für diese alt ehrwürdige Veranstaltung.“ – Heinz-Peter H. (via facebook.com)

Das Konzept für den Kohlscheider Markt schien auch nicht ausreichend durchdacht gewesen zu sein. Besonders der Imbisswagen von Furhmann war, wie jedes Jahr, eine zentrale Anlaufstelle. Jedoch war auch dieser nach der Ansicht vieler Besucher ungünstig platziert:

„Eine eher schlechte Lösung ist, aus meiner Sicht, auch die Platzierung des Imbisswagen von Fuhrmann. Die Anwohner müssen mit Sicherheit ihre Fenster und Türen geschlossen lassen, da sonst die Gerüche die Raumluft in den Räumen in den Raumduft „Frittenbude“ verwandelt.“ – Ralf L. (via facebook.com)

Hinzu kam das Problem, dass zwar um den Imbisswagen direkt genügend zusätzliche Mülleimer aufgestellt wurden, die Leute sich zum Essen aber eher auf die Parkbänke vor der St. Katharina Kirche zurückzogen, mit dem Ergebnis dass die Mülleimer dort vor lauter Müll überquollen und für ein eher unansehnliches und unappetitliches Bild sorgten. Eine zwischenzetiliche Entleerung der Mülleimer wäre hier durchaus wünschenswert gewesen.

Die Intention der Stadt durch die Verlegung der Pfingstkirmes auf den Kohlscheider Marktplatz die Fahrgeschäfte und Besucher an einem Ort zu bündeln um so für eine familiäre Stimmung zu sorgen scheint also leider eher das Gegenteil bewirkt zu haben.

„9 Entchen angeln für 3 Euro ist schon heftig“ – wenig Fahrgeschäfte und hohe Preise verärgern Besucher

Ein weiteres Ärgernis der Leute war die geringe Anzahl an vorhandenen Fahrgeschäften und „Fressbuden“. Selbst zuvor angekündigte Attraktionen wie die Raupenbahn, die einfach zur Kohlscheider Pfingstkirmes dazu gehören, suchten die Besucher vergebens. Ob es letztlich an zu hohen Standgebühren und Grundabgaben für Strom und Wasser für die Schausteller lag oder ebenfalls auf eine schlechte Planung und Organisation zurückzuführen ist, bleibt offen. So berichtet Frank bei Facebook, dass die Raupenbahn eigentlich wie geplant auf dem Parkplatz vor dem Seniorenheim „Vier Jahreszeiten“ aufgebaut werden sollte. Am Tag des Aufbaus wurde dann aber angeblich von den Schaustellern festgestellt, dass der Parkplatz aus Sicherheitsgründen zu klein ist und so die Raupenbahn kurzfristig doch nicht aufgebaut werden konnte.

Besonders für die etwas älteren Kinder gab es nicht wirklich passende Fahrgeschäfte auf denen sie sich hätten vergnüngen können.
Am meisten schienen die Besucher allerdings über die hohen Preise der jeweiligen Fahrgeschäfte verärgert gewesen zu sein:

„9 Entchen angeln für 3 Euro ist schon heftig“
– Nicole G. (via facebook.com)

„Das ist keine Kirmes mehr so wie früher. Für die kinder ist es einfach zu wenig aber die Preise haben die im Griff.“ – Frank W. (via facebook.com)

„Was die Preise angeht muss man sich auch sehr wundern.“ – Christina S. (via facebook.com)

Scheeter bleiben enttäuscht zurück

Im großen und Ganzen muss man wohl sagen, dass die Kohlscheider eher enttäuscht auf die diesjährige Kohlscheider Pfingstkirmes zurückblicken und die Sorge haben, dass die Tradition, wie unter anderem auch schon in Herzogenrath zuvor, komplett aussterben wird. Bei Facebook wollen sich jetzt einige besorgte Bürger zusammenschliessen und ein Gespräch mit den Verantwortlichen bei der Stadt und dem Werbering Kohlscheid suchen.

„(…) Ich denke dass man der Stadt auch Vorschläge machen kann und sollte. Bei über 20.000 Einwohnern in Kohlscheid ist ja auch ein Potenzial vorhanden. Im ersten Schritt sollte die Kritik, die ja ausreichend vorhanden ist, auch den Weg zur Verwaltung finden. (…)“ – Sven K. (via facebook.com)

Wie habt ihr die Pfingstkirmes erlebt, was hat euch gut gefallen und was hat euch verärgert? Wir freuen uns auf eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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